LEADER-Blog Haßberge

LEADER Haßberge geht in die nächste Runde und ruft alle Bewohner auf, die Zukunft ihrer Heimat aktiv mitzugestalten!


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Bier und Wein als Genuss- und Tourismusthema für die Region

„Bier und Wein“ könnte das kulinarisch-touristische Thema für den gesamten Landkreis Haßberge lauten, über das im nächsten Jahr die hiesigen Gastronomie- und Übernachtungsbetriebe konkret unterstützt und die Region insgesamt neu positioniert und vermarktet werden kann. „Denn hier ist das Nebeneinander von kleinen Brauereien und Winzern einzigartig und kann genussbringend miteinander verschmolzen werden“, war die Einschätzung des Runden Tisches „Kultur, Tourismus und Gastronomie“, der sich am 16. September in Theinheim bei Rauenebrach im Steigerwald traf, um die Erarbeitung der Entwicklungsstrategie fortzusetzen, mit der sich die Lokale Aktionsgruppe Haßberge um das europäische LEADER-Förderprogramm in der aktuellen Phase 2014 bis 2020 bewerben will. Passend zum Bier- und-Wein-Thema und um an einem Beispiel ein konkretes Angebot einmal durchplanen zu können, trafen sich die elf Teilnehmer in einem Brauerei-Gasthof, wo der angebotene Biersekt die beiden Getränkewelten bereits miteinander vereint.

HAS 2014-09-16 RT Gastro01_klein

Der anwesende Gastronom und der Braumeister konnten zudem anschaulich das kulinarische Potential deutlich machen, das im Bier steckt und so die Ebenbürtigkeit zum Weinniveau herstellen, das normalerweise von den meisten Genießern ja kulinarisch als höher eingestuft wird: Bier schmecke jedoch überall anders, habe eine Erdverwurzelung und somit lokale Zugehörigkeit (beim Wein spricht der Genießer vom „Terroir“) und außerdem dreimal mehr geschmackliche Fruchtnoten als der Wein, wurde festgestellt. Nachvollziehen kann das der Gast das bei einem speziell aufgelegten „Bier-Kulinarium“: Zum 3-oder 4-Gang-Menü werden dann passende Bierspezialitäten und eigene Kreationen wie Bier gebraut mit Kirchen, Holunderbüten oder Madesüß gereicht und vom Braumeister ausgewählt und kommentiert (beim Wein heisst der „Sommelier“). Bei einem anschließenden kleinen Rundgang durch die hauseigene Brauerei konnten die Aspekte noch weiter erläutert und vertieft werden.

Als Zielgruppe für das zukünftige Bier-und-Wein-Angebot haben die Anwesenden den qualitätsbewussten Genießer im Auge und „vor allem Frauen sind kulinarisch interessiert“, wurde erläutert. Auch Überraschungseffekte sind möglich, wenn passionierte Weintrinker einmal ein Gourmet-Bier ausprobieren oder kleinere Gruppen wie beispielsweise Radfahrer mit Gepäcktransfer eine unerwartete Kombination von Bier und Wein als besonderen Mehrwert erleben können. Ein weiteren Vorteil sieht der Runde Tisch darin, das das Thema den gesamten Landkreis betrifft, dazu recht allgemein und für jedermann verständlich ist und eigentlich jeder Gastronom damit etwas anfangen könne. Interessant sind auch die saisonalen Unterschiede, weshalb es sich anbieten würde, einen kulinarischen Kalender aufzulegen, der anzeigt, wann gerade der Federweißer oder das Bockbier aktuell in Region zu haben sind.

Um das Thema weiter voranzubringen, soll es in den nächsten Tagen bei den Sitzungen der Vereinigungen „Abt-Degen-Weintal“ und „Natürlich von hier“ angesprochen werden. Auch eine Sammlung und Zusammenstellung der regionalen Brauereien sowie der Kommunal-Brauhäuser wird vom Runden Tisch angeregt, um einen ersten Überblick zu bekommen, welche es noch gibt. Für die Winzer liegt so etwas bereits vor. Die Wein- und Bierwanderwege sowie Felder, wo seit kurzem wieder Braugerste angebaut wird, sollen mit einbezogen werden.  Außerdem würde es sich anbieten, auf der nächsten Genussmesse „kulinea“ im Februar 2015 das Bier-und-Wein-Thema zu starten und einen Wissensaustausch zwischen den Brauern, Winzern, Gastronomen, Regionalexperten und Genießern zu initiieren. Interessant scheint auch die Idee, „Genießer-Tische“ bei ausgewählten Gaststätten einzurichten und sie gemeinsam zu bewerben, an denen dann die Bier- und Wein-Angebote verkostet werden können.

HAS 2014-09-16 RT Gastro02_klein


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Barrierefreiheit als Qualitäts- und Komfortkriterium

Um den Abbau der Barrieren, die im Landkreis insbesondere bei öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen wie beispielsweise bei der Zugänglichkeit von Rathäusern, auf den öffentlichen Spielplätzen, bei touristischen Einrichtungen und Gaststätten, aber auch „in den Köpfen“ noch vorhanden sind, geht es dem Vorhaben, das vom Runden Tisch „Zukunftsfähige Gemeinden“ für die Lokale Entwicklungsstrategie als mögliches Startprojekt vorgeschlagen worden ist, mit dem sich die Region Haßberge für das aktuelle LEADER-Förderprogramm bewerben will. Für die 16 Teilnehmer, die am 29. Juli in der Freizeit- und Tagungsstätte des CVJM Altenstein (Danke an die Gastfreundschaft!) zusammen kamen, erweist sich die Barrierefreiheit zunehmend als ein wertvolles Qualitäts- und Komfortkriterium, um dem demographischen Wandel zu begegnen und sollte deshalb für die weitere Entwicklung der Kommunen eine strategische Bedeutung erhalten. Als Kooperationspartner für dieses Projekt konnte die Rummelsberger Diakonie gewonnen werden.

2014-07-29 RT Zukunftsfaehigkeit_klein
Wichtige Hinweise, wie dieses Thema angegangen und umgesetzt werden kann, brachten zwei Vertreter des „Kompetenzzentrums für Barrierefreiheit Nordbayern“ mit Namen capito ein, die extra für den Runden Tisch aus dem mittelfränkischen Pappenheim angereist waren (Danke an die Rummelserger für die Organisation!). Neben der frei zugänglichen Nutzung der baulichen Umwelt, die auch für ältere Menschen und Personen mit Kleinkindern Bedeutung hat, machte ihr anschaulicher Kurzvortrag deutlich, dass heutzutage eine barrierefreie Information entscheidend ist. Denn komplizierte Sätze, gespickt mit vielen Fremdwörtern oder Behörden- und Juristendeutsch lese niemand gerne und werde von Menschen, die über eine geringe Kompetenz in der deutschen Sprache verfügen, oft nicht richtig verstanden. Auch die Bedürfnisse von blinden und sehbehinderten Menschen müssen stärker berücksichtigt werden. „Damit die Botschaften auch wirklich dort ankommen, wo sie ankommen sollen“, hat sich das Kompetenzzentrum deshalb auf das Texten und Gestalten von leicht verständlichen Informationen spezialisiert: Mit sogenannten Prüfgruppen, die auch aus Menschen mit Lernschwierigkeiten und Behinderung bestehen, werden Texte und Layouts auf Verständlichkeit überprüft und in leichte Sprache übersetzt sowie TÜV-zertifizierte Qualitätsstandards für das Leseniveau definiert. Solche „Textprüfer“ werden auch für die Region Haßberge als sinnvoll eingeschätzt, um beispielsweise Gemeindebroschüren oder Bescheide klar und verständlich zu machen.
Direkt übertragbar für die Region Haßberge scheint das ebenfalls vorgestellte Netzwerk CEDOS zu sein, wo sich Gemeinden, Betriebe, Sozialorganisationen und Bürger aus Deutschland und Österreich zusammengeschlossen haben. Hier werden Beratungen, Analysen, Werkzeuge wie Checklisten und Schulungen zu diesem Thema angeboten. Die Gemeinde Treuchtlingen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen hat sich sogar ein eigenes Siegel „barrierefrei“ gegeben, um die barrierefreien Angebote und die Verbesserungen, die in der Kommune durchgeführt wurden, zu dokumentieren und werblich nach außen zu tragen.
Um das Thema Barrierefreiheit im Landkreis weiter vorantreiben zu können, hält die Diskussionsrunde eine Sensibilisierung und Schulung für grundlegend, weil bei vielen Menschen das Problem- und Bedarfsbewusstsein dafür immer noch fehle und oder sie noch nicht durch einen Selbstversuch bzw. ein Erlebnis im Freundes- oder Bekanntenkreis mit den Hindernissen konfrontiert wurden, die eine Teilhabe an den gesellschaftlichen Grundbedürfnissen erschweren oder unmöglich machen.
Notwendig sei auch die Bildung eines Aktionsbündnisses im Landkreis, über das sich alle, „die unterwegs sind, um Barrieren abzubauen und ein lebenswertes Umfeld für alle aufzubauen“ zusammenschließen können – also auch die Kommunen – und die Umsetzung des möglichen LEADER-Startprojektes begleiten können, wurde betont.
Eine gute Möglichkeit, um solch ein Aktionsbündnis ins Leben zu rufen, wäre der 16. Oktober, wenn sich um 18:00 Uhr der Arbeitskreis der Behindertenhilfen „Wie geht Inklusion?“ bei der Lebenshilfe in Haßfurt trifft. Die Teilnehmer der LEADER-Diskussionsrunde wollen daran teilnehmen und versuchen, noch weitere Mitglieder zu gewinnen. Nähere Informationen und Kontakt über Bettina Suhrkamp von der Lebenshilfe e.V. Ebenso sollen die bereits vorhandene Wohnberatungsgruppe und die Expertengruppe des Seniorenbeirates Haßfurt mit eingebunden und im Rahmen des zukünftigen LEADER-Projektes dann als Expertengruppe weitergeführt bzw. erweitert werden sowie eine Beratungsplattform gebildet werden. Zur Umsetzung des Projektes würde sich die Bildung von Modellregionen etwa Maroldsweisach und/oder Haßfurt anbieten, um in einem ersten Schritt alle notwenigen Handlungsfelder für die Barrierefreiheit exemplarisch einmal „durchzudeklinieren“ und dann auf die anderen Gemeinden übertragen zu können, lautete ein weiterer Hinweis. Auch Patenschaften würden sich anbieten, um etwa Jugendliche mit Behinderungen bei der Ausbildungsplatzsuche zu unterstützen oder einen Spielplatz barrierefrei zu gestalten, war eine weitere Idee.
Zur Aktivierung der Freibadgaststätte Altenstein wurde noch der Vorschlag eingebracht, sie zukünftig teilweise mit Behinderten über ausgelagerte Arbeitsplätze betrieben zu lassen.
Am Ende wurde noch auf zwei Veranstaltungen aufmerksam gemacht: Am 19. Mai nächsten Jahres findet im Blindeninstitut in Würzburg eine Tagung statt, wie Spielräume integrativ und behindertengerecht geplant werden können. Und wer noch das Kommpetenzzentrum capito näher kennen lernen will, hat dazu bereits am 1. Oktober Gelegenheit. Dann findet in Stuttgart eine Fachkonferenz mit guten Praxisbeispielen zur Inklusion statt. Weitere Infos unter http://www.capito.eu/de/Fachkonferenz/.


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Drei konkrete Projektvorschläge für die Verbesserung der Zukunftsfähigkeit der Gemeinden

Eine „Baubörse für fränkische Baumaterialien“, ein „Wanderbus für den Burgenwinkel“ und die „Einrichtung von Versorgungslotsen“ lauten drei der schon recht konkreten Projektvorschläge, die am 24. Juli beim Runden Tisch in Untermerzbach als mögliche Startprojekte identifiziert wurden, mit denen sich die Region Haßberge für die aktuelle Phase des europäischen LEADER-Programms bewerben will. Für die 15 Teilnehmer galt es herauszufinden, wie innovative Lösungen für die Themenbereiche Innenentwicklung, Mobilität, Versorgung sowie Alt und Jung aussehen können und zu überlegen, mit welchen regionalen Aktivitäten gute Beispiele der ortsbezogenen Ebene, wie etwa das Leerstandsmanagement der Hofheimer Allianz, die Bürgerbusse in Kleinsteinach und Breitbrunn, die Dorfläden in Aidhausen, Riedbach, Untermerzbach oder das geplante Mehrgenerationenhaus Oberaurach unterstützt und auf die Gesamtregion übertragen werden können. Dem entsprechend und auch um den etwas langen Namen abzukürzen, wurde gleich zu Beginn der Diskussionsrunde festgelegt, den Runden Tisch zukünftig programmatisch in „Zukunftsfähigkeit der Gemeinden“ umzubenennen.

2014-07-24 RT Zukunftsfähige Gemeinden 01_klein
Nach Einschätzung der Teilnehmer könnte die vorgeschlagene Baubörse für fränkische Baumaterialien einen entscheidenden Dreh- und Angelpunkt für die Innenentwicklung darstellen, weil damit Bauwillige motiviert werden, statt auf der grünen Wiese lieber im Ortskern zu bauen und die Kosten für den anfallenden Bauschutt reduziert werden können. Außerdem seien die alten Baumaterialien wertvoll und würden für die Sanierung alter Häuser rege nachgefragt. Um diese Baustoffe fachgerecht sammeln, trennen und aufbereiten zu können, werden zwei bis drei Sammelstellen verteilt im Landkreis benötigt, wurde eingeschätzt. Hierbei sollen die Abfallwirtschaft des Landkreises und die vorhandenen Wertstoffhöfe mit eingebunden werden. „In einem ersten Schritt benötigen wir ein Konzept, das die Umsetzung der Idee genauer untersucht und auch die Vorgaben überprüft, was bei der Aufbereitung zu erfüllen ist“, wurde ausgeführt. Als weitere Idee wurde aufgenommen, analog zur Hofheimer Allianz, Rahmenverträge mit engagierten Architekten abzuschließen, um Bauwilligen eine kostenlose Erstberatung zu ermöglichen und ihnen so die Entscheidung für das Bauen im Bestand leichter zu machen. Insbesondere will der Runde Tisch damit erreichen, dass vermeintliche oder tatsächliche Vorgaben von Seiten des Denkmalsschutzes nicht länger als Hinderungsgrund gelten gemacht werden können, weshalb bei der Erstberatung auch die Denkmalschutzbehörde unmittelbar eingebunden werden soll, um den Bauwilligen eine klare Orientierung und Hilfestellung geben zu können, wurde ergänzt. Allerdings muss erst noch die Bereitschaft der Kommunen eingeholt werden, die anfallenden Kosten der Erstberatung zu übernehmen, wurde hingewiesen. Auch die bei den vorherigen Treffen bereits eingebrachte Vermarktungsplattform im Internet für die Immobilien und Baugrundstücke auf Landkreisebene soll noch weiter verfolgt werden. Ebenso nützlich können Mehrgenerationenangebote in Kombination Pflege-, Wohn- und Treffmöglichkeiten sein, um bestehende Leerstände im Ortskern zu beseitigen und wieder attraktiv zu machen, war ein weiterer Hinweis. Mittelweile gebe es in Deutschland auch Bespiele für „Mehrgenerationen-Dörfer“, wo sich die gesamte Dorfgemeinschaft engagiert, wurde hierzu ergänzt.
Zum Thema Mobilität wurde der Wanderbus als konkreter Projektvorschlag ausgewählt, weil der Bahnhof Ebern über den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) erreichbar ist und somit für einen Ausflug von Bamberg und Nürnberg aus in Frage kommt. Die Ausflügler könnten also mit solch einem Wanderbus zwischen Burgpreppach, Ebern, Hofheim, Königsberg, Maroldsweisach, Rentweisdorf, Pfarrweisach und Untermerzbach transferiert und weitergeführt werden. Neben Ausflüglern und Touristen soll dieser Bus aber auch für die Einheimischen nutzbar sein. Wie genau das funktionieren könnte, soll noch einmal im Detail untersucht werden, lautete hier der Vorschlag. Weiter wurde diskutiert, wie es gelingen könnte, weitere Bürgerbusse und individuelle Fahrdienste in der Region zu etablieren, beispielsweise selbst organisiert, über Handy/Internet oder vielleicht sogar über ein Car-Sharing-System mit kleinen Elektroautos, sprudelten die Gedanken, die aber noch nicht als konkrete Projektvorschläge aufgenommen werden konnten. Klar wurde jedoch herausgearbeitet, wie wichtig die Mobilität für die Region ist und dass es tatsächlich Bedarfe etwa von älteren Menschen oder Azubis gibt, die nicht über den ÖPNV abgedeckt werden können, weil der sich vorrangig auf den Schülerverkehr konzentriert. Deshalb wurde angeregt, im Rahmen der derzeitigen Überarbeitung des Nahverkehrsplans, mit dessen Fertigstellung aber nicht so schnell zu rechnen ist, diesen Bedarf „unterhalb des ÖPNV“ mit zu untersuchen, falls das möglich ist und das Ziel, zukünftig den ÖPNV, die regelmäßig fahrenden Kleinbusse und die Bürgerbusse bzw. individuellen Fahrdienste miteinander in einem System zu integrieren, unbedingt weiter zu verfolgen.
Um das Einkaufen im eigenen Ort trotz rasant steigender Umsatzzahlen im Online-Handel wieder populär zu machen, wurde die Aktion der Mediengruppe Main-Post zur Unterstützung der Einzelhändler in der Region kurz vorgestellt: „Lass den Klick in deiner Stadt – Kauf da ein, wo du auch lebst.“ In diesem Zusammenhang steht der Projektvorschlag der „Versorgungslotsen“, die in Teilregionen eingerichtet werden sollen, um bei einem anstehenden Generationswechsel, die Kontakte vermitteln und Möglichkeiten zur Verbesserung des zukünftigen Versorgungsangebotes aufzeigen können. Auch mobile Versorgungsangebote können in manchen Orten wichtig werden, wurde als Ergänzung aufgenommen. Im Nachgang wurde noch die Idee eingebracht, für die künftige Entwicklung des Landkreises ein Leitbild zu erarbeiten, um den in der neuen LEADER-Phase begonnen Diskussionsprozess fortzuführen und gemeinsame Leitlinien zu entwickeln, um die interkommunale Kooperation ausbauen sowie die Lebensqualität in der Gesamtregion erhalten und verbessern zu können.

2014-07-24 RT Zukunftsfähige Gemeinden 02_klein

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Überblick und Vermittlung der Berufschancen in der Region

Ein mögliches Startprojekt, mit dem sich die Region Haßberge für die neue LEADER-Förderperiode 2014 bis 2020 bewerben will, könnte der „Navigator Perspektiven Haßberge“ sein. Das wurde beim dritten Runden Tisch „Wirtschaft, Bildung und Jugend“ am 16. März im Schloss Gleisenau bei Ebelsbach neben Ideen für Jugendliche erneut aufgegriffen. Es wurde diskutiert, wie das Projekt konkret angegangen werden sollte. In einem ersten Schritt geht es nach Einschätzung der sechzehn Teilnehmer darum, zunächst einen Überblick zu schaffen und die Vielzahl der bereits vorhandenen Angebote zur Berufsorientierung, -beratung und -qualifizierung sowie aktuelle Projekte beispielsweise der Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft oder den Zukunftscoach zusammen zu fassen, um die Möglichkeiten und Perspektiven aufzuzeigen, was man im Landkreis alles machen kann. Für solch einen Überblick bietet sich eine moderne Darstellung im Internet (Arbeitstitel „Navigator“) an, wobei auf vorhandene Datenbanken wie etwa die der Arbeitsagentur Schweinfurt zu den Ausbildungsmöglichkeiten zurückgegriffen oder zumindest verlinkt werden sollte, falls dies rechtlich erlaubt und technisch möglich ist. Wichtig ist für den Runden Tisch, dass die Internetseite aktuell gehalten und neue Angebote eingepflegt werden. Außerdem sollen die Praktikumsplätze dabei ergänzt und eine hohe Qualität der Praktika gewährleistet werden. Als Beispiel wurde hier das „Sprungbrett Bayern“, die Praktikumsbörse für Schülerinnen und Schüler genannt, die ebenfalls mit eingebunden werden könnte.
Hinweise zur praktischen Umsetzung können auch Beispiele aus anderen Landkreisen liefen, von denen einige in der Diskussionsrunde kurz vorgestellt wurden: wegweiser-beruf.de, bildung-allgaeu.de, landkreis-fuerth.de, insuedthueringen.de/jugendportal und wifoe-landkreis-ansbach.de/ausbildung/ausbildungsboerse.

2014-07-16 RT Wirtschaft01_klein
Im zweiten Schritt geht es bei diesem Projektvorschlag dann um die konkrete Vermittlung und Organisation der Ausbildungsmöglichkeiten und Praktika, was größere Anstrengung (geschätzter Arbeitsaufwand für 2 Personen / Macher) und eine enge und permanente Zusammenarbeit und Rückkopplung mit den kleinen und mittelständischen Firmen und Betrieben in der Region bedarf. Im Fokus sollen dabei hautsächlich Gymnasiasten, Realschüler sowie Neu- und Quereinsteiger (speziell auch Frauen) stehen, weshalb es für die Diskussionsteilnehmer Sinn macht, durch den direkten Kontakt zu den Unternehmen herauszufinden, welche Berufe es im Landkreis aktuell gibt (weiterer Vorschlag: praktischer Projekttag zu Berufszweigen), wie der konkrete Bedarf beispielsweise für Akademiker in den nächsten drei bis vier Jahren aussieht und wo es Chancen für Nachfolger gibt. Die begonnen Aktivitäten der VHS und des Zukunftscoachs (Karrierewege, Newsletter““Hast scho g’hörd?““ Rückkehrerpflege) sollen dabei einfließen und ausgebaut werden. Damit der zweite Schritt möglichst effizient und für die einzubindenden Unternehmen nutzbringend gestaltet werden kann, wurde angeregt, dafür eine Art Dachgesellschaft mit kalkuliertem Business-Plan aufzubauen und sich das Konzept i-Company als Vorbild zu nehmen. Das ist eine neue Kooperation der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt, der IHK und des Landkreises Haßberge, um die Vermittlung von Praktika für ausländische Studierende in Mainfranken zu erleichtern.
Für den Bereich Jugend wurden anschließend noch allgemeinere Projektideen vorgeschlagen, die das Ziel „Freiräume zum Selbermachen“ untersetzen können. So wurde eine Fahrradwerkstatt am Mainrad ins Spiel gebracht, die von Jugendlichen selber geführt und wie eine Art Schülerfirma verwaltet werden könnte. In eine ähnliche Richtung ging der Vorschlag, ein selbst verwaltetes Haus zur Verfügung zu stellen, wo Musikbands unter der Federführung der Musikinitiative Haßberge proben und auftreten können. Vorbild dafür könnte das Wasserhaus bei Hammelburg sein. Als grundsätzliches Problem wurde jedoch angeführt, das die Region ein Flächenlandkreis ist und es durch die bislang fehlenden Mobilitätsangebote schwer falle, für solch eine Einrichtung den passenden bzw. für die Jugendlichen erreichbaren Ort festzulegen. Auch für eine Vernetzung der Jugendarbeit in der Region und um Events der Jugendlichen zu erreichen, sollte die Mobilität für Jugendliche verbessert werden, wurde hingewiesen. Auch für ältere Bürger mache einen bessere Mobilität Sinn, um Events in der Region wie beispielsweise das Weinfest in Sand am Main besser erreichen und ohne Gefahr eines Führerscheinverlustes nutzen zu können. Solch einen „Party-Bus“ ließe sich mittels Handy und Internet heutzutage sogar selber organisieren, wenn eine entsprechende Plattform oder App zu Verfügung stehe, war ein weiterer Hinweis. Hierzu will man einmal auf die örtlichen Busbetriebe zugehen. Das Thema Mobilität wird auch noch einmal beim Runden Tisch „Zukünftige Lösungen für Mobilität, Versorgung, Barrierefreiheit und Innenentwicklung“ aufgegriffen werden.

2014-07-16 RT Wirtschaft02_klein


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Gastronomie und Basics für die touristische Aufwertung

Die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage der Gastronomie stand im Zentrum des Runden Tisches „Kultur, Tourismus und Gastronomie“, der sich am 15. Juli im Landhotel Rügheim speziell mit mehreren Gastronomiebetrieben aus dem Landkreis traf, um wertvolle Hinweise und Ideen das neue LEADER-Konzept zu bekommen, mit der sich die Region Haßberge für die aktuelle Förderperiode 2014 bis 2020 bewerben will.

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Recht schnell wurden von den 30 Teilnehmern die räumlichen Unterschiede herausgearbeitet, die die touristische Situation im Landkreis kennzeichnen. Denn während es im Maintal durch den Wein- und Radtourismus sowie die Nähe zu Bamberg laufe (vor kurzem ist in Haßfurt auch eine neue Tourist-Information entstanden), im Steigerwald zumindest die Wochenenden recht gut frequentiert seien und einzelne Standorte wie Pfaffendorf und Zeil am Main einen Aufwärtstrend verzeichnen können, hapert es im sogenannten „Oberen Haßgau“, wo sich vergleichsweise nur wenig Tourismus abspiele und insbesondere im Deutschen Burgenwinkel gastronomische Einrichtungen sogar ganz fehlen. Speziell in Altenstein könnte dieses Defizit durch die geplante Aktivierung der Gaststätte im Freibad zukünftig behoben werden, allerdings sind dafür noch eine Modernisierung der Gaststätteneinrichtung sowie die Findung eines zukünftigen Betreibers bzw. eines Betreibermodells im Zusammenspiel mit der Gemeinde Maroldsweisach und den örtlichen Vereinen notwendig, wurde erläutert. (Im Nachgang wurde zur Behebung des gastronomischen Defizits in Altenstein und Lichtenstein vorgeschlagen, dass vielleicht auch „Menschen mit Handicap“ den Part des „Gastronomen“ übernehmen könnten. Ein vergleichbares Projekt soll der Pfarrer Breitenbach in Schweinfurt initiiert haben.)
Klar ist für die Diskussionsrunde auch, dass Gastronomie und Tourismus zusammengehören und die weitere Entwicklung „steht und fällt mit der Gastronomie“, wurde betont. Um den Tourismus insgesamt aufzuwerten, das Potential mit den vielen „kleinen Perlen“ besser bewerben und die Auslastung der Betriebe erhöhen zu können, sind jedoch nach Meinung der Runde noch touristische „Basics“ notwendig, womit die Entwicklung konkreter Angebote (unterschiedliche Pakete und individuelle Möglichkeiten) als „Appetit-Häppchen“ für auswärtige Gäste gemeint sind. Im Anschluss an die Diskussion wurde dazu noch die Projektdee einer Tourismus-Akademie aufgenommen, wo genau solche Angebote gemeinsam mit den Betrieben und Anbietern entwickelt und vernetzt werden können. Als wichtiger Bestandteil solcher konkreter Angebote wurde die Verbesserung der Mobilität angemahnt, damit beispielsweise die Wanderer nach ihrer Tour wieder zurückkommen oder die attraktiven Punkte überhaupt mit öffentlichen Verkehrssystem erreichbar werden. Ein interessanter Knotenpunkt schein hier der Bahnhof Ebern zu sein, der im Gegensatz zu Haßfurt noch über den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg erreichbar ist und somit für einen Ausflug von Bamberg und Nürnberg aus in Frage kommt. Für die Teilnehmer sind deshalb Anschlussbusse bis Maroldsweisach, eine Einbindung der Taxiunternehmen und Shuttle-Dienste, eine Kopplung mit den Bürgerbussen und sogar die Einrichtung eines Wander- oder Oltimerbusses, der die Highlights anfährt, sinnvoll. Geplant ist auch die Rundwandertouren im Naturpark, die sogenannten Extratouren zu überarbeiten und die Einkehrmöglichkeiten zu aktualisieren.
Strategisch sollen zukünftig die Ausflügler aus Bamberg und Coburg verstärkt angesprochen und angelockt werden. Nach Einschätzung der Diskussionsrunde können dafür Führungen gute Anlässe bieten, bei denen die Kultur- und Natur-Besonderheiten mit Angeboten zu Essen und Trinken kombiniert werden. Diese sollen auch unter der Woche angeboten werden, weil Kulturinteressierte nicht am Wochenende etwas suchen.

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Eine weitere Strategie will den Vorteil der zentralen Lage der Haßberge ausnutzen, denn eigentlich könnte die Region noch zum „Naherholungsgebiet von Frankfurt“ gezählt werden, wurde deutlich gemacht. Insbesondere für Familienfeiern aus ganz Deutschland würde sich deshalb die Gäste gerne in den Haßbergen treffen, was ebenfalls strategisch ausgenutzt werden soll, zum Beispiel für Familienfeiern in ungewöhnlichen Ambiente (Schloss oder Burg als Kulisse).
Weil im Landkreis Bier- und Weinfranken aufeinander treffen, wurde als weiterer Projektvorschlag die Idee „Bier und Wein“ aufgenommen, um neue gastronomische und kulinarische Angebote entwickeln zu können und eine Qualitätssteigerung in der Regionalität zu erreichen, das derzeit voll im Trend liegt. Dabei ist den Teilnehmern wichtig, dass Verknüpfungen zwischen Wein und Bier entstehen und der professionelle Qualitätsanspruch, der sich beim Thema Wein von der Produktion bis zur Vermarktung durchzieht, auf das Biersegment übertragen wird. In Rügheim ist vor kurzem ein Brauverein entstanden, der das ehemalige Brauhaus aktivieren und wieder eigenes Bier brauen will, es gibt tolle Brauereien in der Region und auch Profigastronomen, die mit dem Thema Bier arbeiten.
Für eine klare Qualitätsstrategie spricht auch das niedrige Preisniveau, das in der Region vorherrsche und und für die anwesenden hauptberuflichen Gastronomen einen echten Aufreger darstellt, weil ihre Wirtschaftlichkeit damit unmittelbar gefährdet ist und und sich solche „günstigen“, bei den Gästen einmal eingeführten Preise aufgrund der seit Jahren geförderten Konkurrenz durch Vereine, landwirtschaftliche Nebenbetriebe und Feste kaum bzw. nur langfristig ändern lassen. Es gibt allerdings auch Beispiele in der Region, wo die Zusammenarbeit Ort-Gastronomie-Verein funktioniere. In Altenstein versteht sich der Heimat- und Burgenverein als Partner und auch Wegbereiter für die Gastronomie, was vorbildlich ist. Auch dürfe die Bedeutung der Vereine für das soziale Leben nicht vergessen werden, lautete einen weitere Ergänzung. Ein Teilnehmer konnte von den stark frequentierten Festen aus Pfalz berichten, wo jeweils die ganze Ortschaft feiert und Essen und Trinken selbstverständlich von Betrieben angeboten werde, auch um die Hygieniestandards einhalten zu können. Handlungsbedarf wird vom Runden Tisch in einer Überarbeitung (neudeutsch: Relaunch) der Initiative „natürlich von hier“ gesehen, der Plattform für Gastronomen und Direktvermarkter aus den Haßbergen und dem Steigerwald. Das Thema Empfehlungsmarketing könnte dabei eine stärkere Rolle spielen, auch in Form einer „Gastro-App“, war die Meinung.
Ähnlich niedrig wie in der Gastronomie sei auch das Preisniveau im Bereich der Bettenvermietung. Allerdings gebe es hier auch noch das Problem des Investitionsrückstaus. Weitere Probleme bestehen darin, dass die Region touristisch klein strukturiert sei und immer noch zu viel Infomaterial herausgegeben wird.
Zukünftig wünschen sich die Teilnehmer eine Vernetzung und einen Austausch untereinander, weshalb gleich das nächste Treffen ausgemacht wurde, das an einem Dienstag in der zweiten Septemberhälfte sein beim Grünen Baum in Theinheim sein soll. Der genaue Termin wird noch rechtzeitig bekannt geben. Dann sollen die vorgeschlagenen konkreten Angebote an einem Beispiel schon einmal durchgeplant werden.

2014-07-15 RT Gastronomie03_klein


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Konkrete Aufgaben für eine zukünftige Kulturagentur

Noch jede Menge Arbeit könnte auf diejenige Person warten, die sich zukünftig eventuell um die Bündelung der vielen Veranstaltungen, die im Landkreis Haßberge stattfinden, sowie um die Koordinierung der Kultureinrichtungen und die Vermarktung der Kultur-Angebote kümmern könnte. Das wurde beim dritten Runden Tisch „Kultur, Tourismus und Gastronomie“ deutlich, der sich am 10. Juni im Schloss Burgpreppach traf. Die 22 Mitglieder hatten die spannende Aufgabe, gemeinsam zu klären, was für die beim letzten Treffen vorgeschlagene „Kultur-Agentur“ bzw. den „Kultur-Kümmerer“ wirklich benötigt wird und welche Effekte damit langfristig erzielt werden sollen.

2014-06-10 RT Kultur02_klein

Die konkreten Vorüberlegungen sind notwendig, um daraus dann einen detaillierten Projektantrag für das neue LEADER-Konzept formulieren zu können, mit dem sich die Region Haßberge um das europäische Förderprogramm bewirbt. Zumindest in der Anfangsphase halten die Teilnehmer eine finanzielle Unterstützung durch das LEADER-Programm und den Landkreis für unbedingt notwendig. Vorbild dafür könnte die Kulturagentur im benachbarten Landkreis Rhön-Grabfeld sein, die anfangs ebenfalls über LEADER gefördert wurde, mittlerweile eigene Veranstaltungen organisiert und das bekannte Kloster Wechterswinkel betreibt.
Bei der Bündelung der Veranstaltungen geht es den Akteuren darum, insbesondere auch für touristische und auswärtige Gäste einen Überblick zu schaffen, eventuelle Doppelungen zu vermeiden und im Zusammenspiel mit den Touristinformationen Dienstleistungen für die Vermieter und Beherbergungsanbieter zu erbringen: Also beispielsweise konkrete Veranstaltungstipps, die wochenweise zusammengestellt und dann unkompliziert an die interessierten Gäste weitergegeben werden können, wurde vorgeschlagen.
Als Basis kann dafür der bereits vorhandene Veranstaltungskalender genutzt werden, der im Landratsamt zusammengestellt, im Internet abrufbar und viermal im Jahr als Broschüre veröffentlicht wird. Allerdings soll dieser nach Einschätzung des Runden Tisches weiterentwickelt werden. Dies betrifft die Ordnung und Strukturierung der Veranstaltungen. Hier würde sich etwa eine Sortierung nach bestimmten Interessen anbieten, die heutzutage die Gäste haben. Sinnvoll wäre es auch, die Meldung der jeweiligen Veranstaltung zu verbessern und die Arbeitsabläufe entlang der gesamten Kette vom Veranstalter, Melder/Vermittler bis hin zur Eintragung und Zuordnung dazu zu strukturieren. „Wir bräuchten am besten eine zentrale Meldestelle im Landkreis, von der aus dann auch die übergeordneten Kalendersysteme automatisch bedient werden können,“ lautete ein weiterer Hinweis. Auch die Abgleichung und die technische Rückkopplung mit den Systemen auf Gemeindeebene müsse gewährleistet sein, wurde ergänzt.
Diskutiert wurde auch die Idee, die Veranstaltungen selber weiterzuentwickeln und zukünftig auch insgesamt weniger, dafür qualitativere Veranstaltungen und eigene Veranstaltungsreihen anzubieten. Beispielsweise durch landkreisübergreifende Themen oder Themenjahre wie eventuell ein Jahr der Parks im Jahr 2015. Oder spezielle Musikveranstaltungen, die an unterschiedlichen Orten zu einem verknüpfenden musikalischen Aufhänger organisiert werden könnten. Allerdings wurde eingeschätzt, dass die Weiterentwicklung der Veranstaltung viel Fingerspitzengefühl erfordert, um nicht die Vereine und ihre berechtigten Interessen zu verprellen. Chancen sehen die Teilnehmer in einer stärkeren Profilierung des ländlichen Raumes durch bäuerliche Feste, Tradition und Brauchtum, wie sie in den Haßbergen noch zu finden sind und was weiter gefördert werden soll. Um die Wertschöpfung zu erhöhen und die einzelnen Veranstaltungen attraktiver und typischer zu machen, sollten sie unbedingt mit Essen und Trinken kombiniert werden, wie etwa Kirchweih mit fränkischem Essen, wurde angeregt.
Abstimmungsbedarf sieht der Runde Tisch bei der Koordinierung der insgesamt 17 Museen und Sammlungen, die es im Landkreis gibt. Hier könnte eine Zusammenstellung der jeweiligen thematischen Sammlungen sinnvoll sein, damit die größeren Zusammenhänge sichtbar werden und Anschlussmöglichkeiten für weiterführende Aktivitäten darstellbar sind. Wichtig halten die Teilnehmer auch eine Abstimmung der Öffnungszeiten, „für die es aber nur wenig Spielraum gibt, weil wir meist auf ehrenamtliche Kräfte zurückgreifen müssen“, wurde erklärt. Als Konsequenz dazu wurde die Unterstützung des Ehrenamtes und eine Akquise von Geldmitteln von Spendern, Mäzenen und Sponsoren als weitere Aufgabe der zukünftigen Kultur-Agentur“ formuliert.

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Für wünschenswert halten die Kulturschaffenden sogar die Herausgabe einer eigenen Kulturzeitung, die vierjährlich erschienen sollte und mit schönen Fotos und Texten auf die kommenden Kulturereignisse in der Region Haßberge hinweisen könnte. Insbesondere will man damit die Informationslücken durch die bestehenden Zeitungsgrenzen der fünf Tageszeitungen überwinden. Ein schönes Beispiel für solch eine Kulturzeitung (KulturGut) hatte eine Teilnehmerin zum Anschauen mitgebracht.
Damit die Gründung und Einrichtung der Kultur-Agentur auch vom Landkreis unterstützt werden kann, haben einige Teilnehmer angeboten, das zuständige Fachamt und den Kreisausschuss schon einmal im Vorfeld zu informieren. Auch bei einer der nächsten Bürgermeister-Dienstbesprechungen soll das Thema behandelt werden. Wichtig sei auch eine Vernetzung mit dem Kulturausschuss der jeweiligen Gemeinde bzw. dem dorten Ansprechpartner für Kultur. In jedem Fall will der Runde Tisch „Kultur, Tourismus und Gastronomie“ weiter machen und die Gründung der angestrebten Kultur-Agentur aktiv begleiten. Um keine Konkurrenz zum Haßfurter Kulturamt und dem neu gegründeten Kulturforum aufkommen zu lassen, muss eine gute Abstimmung mit diesen Partnern erfolgen.

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Gemeinsam unsere Zukunftschancen ergreifen

Beim voll besetzten Zukunftsforum konnte eine erfolgreiche Zwischenbilanz für die Erarbeitung des neuen LEADER-Konzeptes der Region Haßberge gezogen und eine klare Perspektive für die weitere Entwicklung herausgearbeitet werden. 102 Teilnehmer kamen am 27. Mai im Schüttbau Rügheim zusammen, um sich über die Diskussionsergebnisse der sechs Runden Tische auszutauschen sowie mit zukünftigen Trends und Herausforderungen auseinanderzusetzen.

2014-05-27Zukunftsforum01_kleinZufrieden zeigten sich der Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Haßberge, Landrat a.d. Rudolf Handwerker und der neue Landrat Wilhelm Schneider über den bisherigen Verlauf und dankten ausdrücklich den vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern, die dabei waren und sich beim neuen LEADER-Prozess intensiv eingebracht haben. Lob gab es auch vom LEADER-Manager von Unterfranken, Wolfgang Fuchs, der einschätzte, dass die Haßberge schon weit vorangekommen sind.

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Zu Beginn der Veranstaltung stellten die Sprecher der Runden Tische bzw. deren Vertreter anschaulich die Ergebnisse vor, die von März bis Mai in jeweils zwei Stärken/Schwächen-Diskussionsrunden der sechs Runden Tisches erzielt werden konnten. Der Runde Tisch „Energie, Umwelt, Land- und Forstwirtschaft“ hatte sogar dreimal getagt und zusätzlich war noch eine Schüler-Zukunftswerkstatt in der Mittelschule Theres durchgeführt worden, um zu erfahren, wie die Schülerinnen und Schüler ihre Berufsaussichten einschätzen. Als bedeutsam wurden die Themen Mobilität für alle Bürger (auch für Auszubildende), Nahversorgung u.a. auch mit Dorfläden, eine Bündelung der Angebote zum Berufseinstieg, eine zukunftsfähige Umgestaltung der Energieversorgung (Ziel: bilanziell energieautark), der Erhalt der Kulturlandschaft mit Land- und Forstwirtschaft sowie Ferien auf dem Bauernhof/Lande und Direktvermarktung, die Barrierefreiheit, Freiräume für Jugendliche, Mehrgenerationenangebote, die Zusammenarbeit in den Bereichen Tourismus und Kultur, eine Unterstützung der Gastronomie und Lösungen für die Leerstandsproblematik hervorgehoben.

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Da bei manchen der sechs Runden Tischen thematische Überschneidungen deutlich geworden sind und es sinnvoll erscheint, bestimmte Bereiche für den weiteren Prozess miteinander zu kombinieren, schlug die Moderatorin Ulrike Lilienbecker vor, zukünftig vier thematische Hauptfelder zu bilden: Neben „Wirtschaft, Bildung und Jugend“ (Berufschancen + Freiräume für Jugendliche), „Kultur, Tourismus und Gastronomie“, „Kulturlandschaft und Energie“ könnte das vierte „zukünftige Lösungen für Mobilität, Versorgung, Barrierefreiheit und Innenentwicklung“ genannt werden. Analog dazu sollte dann nur noch in vier statt sechs Runden Tischen gearbeitet und konkrete Projektideen entwickelt werden. Die vier Felder müssen in den kommenden Wochen noch greifbarer gemacht werden und für die geforderte Bewerbung als Entwicklungs- und Handlungsziele ausformuliert werden.

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Um Denkanstöße für die Zukunft zu geben und aufzuzeigen, worauf sich die Region eventuell noch einstellen muss, präsentierte Frau Lilienbecker ausgewählte Megatrends, von denen freilich einige auch schon bei den Runden Tischen beleuchtet wurden. Etwa der Trend der „Individualisierung“ der Gesellschaft, die sich an der Vielfalt der Interessen und Lebenswege insbesondere bei Jugendlichen zeige. Oder die „Alterung und der demographische Wandel“, die zunehmende Bedeutung der „Mobilität“, die Veränderungen in der modernen Arbeitswelt hin zu team- und projektbezogenen Arbeitsformen und das „Neue Lernen“, bei dem Bildung zur Schlüsselressource der kommenden Generationen wird. Neue Anregungen hingegen könnten ihrer Meinung nach der wachsende Einfluss der Frauen und die Auflösung der Geschlechterrollen sowie die „Neo-Ökologie“ geben, was Nachhaltigkeit und Effizienz in allen Bereichen bedeute, aber auch ein stärker werdendes Umwelt- und Verantwortungsbewusstsein sowie eine neue Lust der Menschen auf Natur (Wandern, Naturparke, Naturprodukte).
In der anschließenden Auswertung wurde der Faktor „Lebensqualität im ländlichen Raum“ als besonders bedeutsam für die Haßberge hervorgehoben und das man hier die „Sehnsucht nach Land und Heimat“ stillen könne, was im Zeitalter der Globalisierung von immer mehr Menschen nachgefragt wird. Chancen gebe es auch im Tourismus durch individuelle Angebote und solche, die eine Entschleunigung vom hektischen Alltagsleben bieten. Größeres Potential wird auch im naturnahen Tourismus gesehen und ein Teilnehmer brachte das Stichwort „Biodiversitäts-Region“ ins Spiel. Noch breiter jedoch soll das Thema Arbeitsplätze gefasst werden, um auch auf den anhaltenden Strukturwandel in der Landwirtschaft reagieren zu können. Neben einer engeren Vernetzung mit der Metropolregion und den großen Städten sowie dem Erhalt der Arbeitsplätze bei den Handwerks- und Gewerbebetrieben vor Ort, müssten verstärkt neue Möglichkeiten für Akademiker, Selbstständige oder Dienstleistungsanbieter in der Region ge- und erfunden werden, wurde hingewiesen.

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Zum Abschluss fasste Landrat Schneider prägnant zusammen: „Wir haben jetzt eine breite Basis erreicht, auf der wir längerfristig aufbauen und den Landkreis weiter entwickeln wollen“. Im Hinblick auf die nächsten Schritte lud er alle Akteure ein, sich noch intensiver zu vernetzen und auch bei der LAG Haßberge, dem regionalen Trägerverein für das LEADER-Programm, Mitglied zu werden. Entsprechende Beitrittserklärungen waren vorbereitet und zum Ausfüllen bereit gelegt. Regionalmanagerin Veronika Jäger informierte in diesem Zusammenhang kurz über den Struktur und den Aufbau der LAG. Für eine Mitgliedschaft sprach sich auch der LEADER-Manager aus. Herr Fuchs zeigte auf, dass am Ende der Konzepterarbeitung das Programm für die nächsten sechs Jahre festgelegt wird und dann entschieden sein muss, in welchen regionalen Entwicklungszielen gearbeitet und später gefördert werden soll. „Wer da mitentscheiden will, muss zwingend Mitglied bei der LAG Haßberge sein“, führte er weiter aus. Informationen gab er auch zum weiteren Zeitplan. So ist geplant, dass das neue LEADER-Konzept (offizieller Titel lautet jetzt „Lokale Entwicklungsstrategie“) als Bewerbung Ende November diesen Jahres beim Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten abgegeben werden muss. Das Auswahlverfahren, welche LAG anerkannt wird, soll dann im Januar 2015 durchgeführt werden.